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Malteser in Greven

Maltis sprayen in der Tiefgarage

Ein tolles Jugendkulturrucksackprojekt des städtischen Jugendzentrums Greven

01.09.2017
Bürgermeister Peter Vennemeyer mit dem Entwurf der Malteser-Kinder für ihr großes Grafitti. Im Hintergrund Pia Siemann und Chris Helmig. Foto: Günter Benning
Bürgermeister Peter Vennemeyer mit dem Entwurf der Malteser-Kinder für ihr großes Grafitti. Im Hintergrund Pia Siemann und Chris Helmig. Foto: Günter Benning

Die Tiefgarage unterm Rathaus ist eher trist. Das will die Malteser Jugend jetzt ändern.

Eigentlich kommt es ja immer auf die Perspektive an. Wenn man wissen will, was in Greven wirklich wichtig ist, haben die Kinder der Malteser klare Antworten: „Die Eisdielen, die Ems, der Bahnhof, die Verkehrskreisel“, erklärt Maja dem Bürgermeister, „und, klar, das Freibad.“

Peter Vennemeyer nickt und findet alles ganz toll, als eine Jugendgruppe des Malteser Hilfsdienstes ihm am Mittwochabend erklärt, was sie mit seiner Tiefgarage im Rathaus machen will. Eben: Eisdiele, Bahnhof, Ems, Verkehrskreisel, Freibad auf die Wand sprühen.

Das Wandbild gehört zu einer landesweiten Aktion. Der Jugendkulturrucksack, erklärt Georg Dodt, Leiter des städtischen Jugendzentrums, ermöglicht Projekte wie dieses. Pro Kind gibt es einen Obolus, in Greven hat auch die Volksbank für die Rathausverschönerung gespendet. Für die professionelle Ausführung sorgt Chris Helmig, ein erfahrener Graffiti-Künstler, der unter dem Titel „Pigmentschmiede“ schon manche Hauswand legal bemalt hat.

Darauf kommt es auch Bürgermeister Vennemeyer und Anja Haase von der Stadt an. Die Gebäudemanagerin hat nämlich erst einmal nachgeforscht, wo die Kinder legal ihr Graffiti anbringen können – und wo nicht. „Wir wollen ja auch etwas gegen die illegalen Sprayer tun“, sagt Peter Vennemeyer. Deren „Tags“ sind bekannt, sie tauchen mit verschiedenen Inhalten immer wieder mal in der Stadt auf. Im Moment, glaubt Georg Dodt, „geht es bei den Sprayern meist um Fußball.“

Auch am Jugendzentrum Karderie gibt es seit vier Jahren ein großes legales Grafitti – seitdem hat kein wilder Sprayer mehr seine Dosen hier verschwendet.

Der Entwurf der Malteser Jugendgruppe von Pia Siemann soll am 23. September, ein Tag vor der Bundestagswahl, an die Wand gepinselt werden. Chris Helmig weiß, wie es geht: „Wir projezieren das Bild in groß auf die Wand – und die Kinder füllen die Flächen aus.“ Am liebsten würde Peter Vennemeyer das neue Graffiti auf Dauer sichern. Vielleicht mit einer Lackschicht. Anja Haase will mal checken, was man da machen kann: „Bei der Firma, die normalerweise für uns die Graffiti entfernt.“

Von Günter Benning (Westfälische Nachrichten)

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